Die Pkw-Maut in Spanien

Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Autobahnsystem. Leider hat der exzellente Zustand dieser Autobahnen einen Preis und wer schonmal einen Roadtrip durch Spanien gemacht hat, weiß wovon wir reden. Ein großer Teil der spanischen Autobahnen wird nämlich privat betrieben und ist daher mautpflichtig. Was es mit dieser Pkw-Maut auf sich hat und wie ihr sie am besten umgehen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wie funktioniert das spanische Mautsystem?

Das Spanische Autobahnsystem besteht zu etwa einem Drittel aus mautpflichtigen, privaten Teilabschnitten und zu etwa zwei Dritteln aus gebührenfreien, staatlichen Teilabschnitten, die sich vor allem im Norden und Westen des Landes befinden. Außerdem sind die meisten Teilabschnitte, die sich in den Großstädten befinden gebührenfrei, um Berufspendler von den Mautgebühren zu befreien. Die Pkw-Maut wird über ein Ticketsystem abgerechnet. Fährt man auf eine kostenpflichtige Straße, zieht man zunächst ein Ticket, dass dann bei der Ausfahrt bezahlt wird. Auf diese Art und Weise bezahlt man für die Anzahl an Kilometern, die man gefahren ist. Für einzelne Strecken können auch pauschale Beträge anfallen. Geht ein gebührenpflichtiger Autobahnabschnitt in einen gebührenfreien Autobahnabschnitt über, gibt es sogenannte peajes (Mautstationen), an denen man für die bis dahin bezahlen Kilometern bezahlt. In der Regel bezahlt man für 100 km um die 8€. Das hängt jedoch auch von der Fahrzeugklasse, dem Streckenabschnitt und der Saison ab.

Wo befinden sich die mautpflichtigen Autobahnen?

Die mautpflichtigen Autobahnstrecken befinden sich vor allem an den vielbefahrenen Strecken an der Ostküste des Landes. Hinzu kommen die Streckenabschnitte Bilbao – Saragossa und Saragossa – Barcelona, sowie einige kleinere Streckenabschnitte. Auf der folgenden Karte, sind die mautpflichtigen Teilabschnitte rot eingezeichnet.

Welche Zahlungsoptionen gibt es?

Es gibt drei Möglichkeiten die Mautgebühren zu bezahlen:

  1. Barzahlung
  2. Kreditkarte
  3. VIA-T-Box

Für jede der drei Bezahlmetoden gibt es an den Mautstationen eine eigene Fahrspur. Während man bei Barzahlung und Zahlung per Kreditkarte vor Ort am Schalter oder am Automat bezahlt, wird bei der VIA-T-Box der Betrag automatisch von eurem Konto abgebucht. Dadurch müsst ihr deutlich kürzer an den Mautstationen warten und könnt die Spuren für telepeaje benutzen, die meist deutlich leerer sind. Dafür braucht ihr allerdings eine VIA-T-Box, die ihr euch vorab über tolltickets bestellen könnt. Anschließend müsst ihr, das kleine Gerät einfach nur noch an eurer Frontscheibe installieren und los geht’s.

Wie kann ich die Pkw-Maut umgehen?

Wenn ihr etwas Zeit habt, gibt es zwei Wege die Mautgebühren zu umgehen. Erstens, ihr fahrt einen kleinen Umweg über kostenlose Autobahnabschnitte. Beispielsweise anstatt direkt von Barcelona mit der AP2 nach Saragossa, von Barcelona mit der A2 und der A22 über Lleida und Huesca nach Saragossa. Dies gibt euch zudem die Möglichkeit noch einen weiteren Stop einzulegen, falls euer Zeitplan das zulässt.

Oder zweitens, ihr fahrt über eine der vielen Nationalstraßen (vergleichbar mit den Bundesstraßen bei uns), auf denen ihr zwar länger brauchen werdet, dafür aber Geld spart und mehr von der Umgebung seht.

Wie auch immer ihr euch entscheidet, wir wünschen euch allzeit eine gute Fahrt und hoffen, wir konnten euch ein wenig weiterhelfen. Schaut euch doch auch unsere anderen Artikel zu Spanien an. Hier erfahrt ihr Vieles über die spanischen Städte, Regionen, Attraktionen, das spanische Wetter und vieles mehr. Klickt euch einfach mal durch!

Falls ihr irgendwelche Fragen oder Anregungen für weitere Artikel habt, schreibt uns einfach eine Mail an traevel.ninja@gmail.com.

Bis zum nächsten Mal,

Eure TraevelNinja 🙂

Reisen durch Spanien – Bus, Bahn oder Flugzeug?

Egal ob ihr von Barcelona nach Madrid, von Sevilla nach Bilbao, oder von Valencia nach La Coruña wollt, irgendwann werdet ihr euch zwangsläufig die Frage stellen, mit welchem Verkehrsmittel man in Spanien am besten von A nach B kommt. Wenn man mal vom Individualverkehr (Auto, Fahrrad, Taxi) absieht, stellt sich dabei die Frage: Bus, Bahn oder Flugzeug?

preiswertschnellkomfortabel

Mit welchem Verkehrsmittel man am Besten durch Spanien reist, hängt vor allem von drei individuellen Faktoren ab. Diese sind das eigene Budget, die Zeit, die man zur Verfügung hat und die persönlichen Ansprüche an Service und Komfort. Damit jeder Reisetyp das perfekte Verkehrsmittel für sich findet, haben wir Spaniens Bus-, Bahn- und Fluganbieter mit einander verglichen und auf diese drei Faktoren geprüft. Dabei haben wir uns auf Reisen innerhalb des spanischen Festlands beschränkt. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und hoffen, euch damit die Entscheidung etwas erleichtern zu können.

Mit kleinem Budget von A nach B

Wenn es euch genauso geht wie uns und ihr möglichst günstig von einem Ort zum anderen kommen wollt, um das gesparte Geld lieber anderweitig ausgeben zu können, ist der Fernbus in den meisten Fällen eure beste Option. Spaniens Fernbussystem ist sehr gut ausgebaut und fast alle Unternehmen verfügen über neue, komfortable Busflotten. Zwar dauert die Fahrt mit dem Fernbus in der Regel deutlich länger als mit dem Zug und dem Flugzeug, dafür könnt ihr allerdings auch teilweise deutlich mehr als 50% sparen, wenn ihr euch für den Fernbus entscheidet.

Die größten Fernbusanbieter in Spanien sind Alsa, Advance und Samar. Außerdem findet ihr günstige Fernbusreisen auch auf den Webseiten von Movelia und GoEuro.

Bei Kurzstrecken (z.B. von Barcelona nach Tarragona) können in Einzelfällen Reisen mit dem Regionalzug auch ähnlich günstig oder sogar günstiger sein.

Bei langen Strecken (z.B. von Sevilla nach Bilbao) könnt ihr zudem mit etwas Glück günstige Flüge finden, die sogar den Fernbussen Konkurrenz machen. So spart ihr euch neben ein wenig Geld auch noch eine Menge Zeit. Allerdings handelt es sich dabei meist um Flüge von Billigfluggesellschaften wie Ryanair oder Vueling, bei denen ihr euch dann mit etwas weniger Beinfreiheit und Komfort begnügen müsst. Wenn euch das aber wie uns, bei einem ein- bis zweistündigen Flug herzlich egal ist, dann umso besser.

Möglichst schnell von A nach B

Spanien ist eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas und die Distanzen zwischen den großen Städten sind meist größer als beispielsweise in Deutschland oder Italien. Daher wäre es naheliegend, dass Fliegen die schnellste Option ist. Das trifft allerdings nur teilweise zu.

Spanien verfügt über das größte Schnellzugnetzwerk Europas. Mit dem AVE (dem spanischen Schnellzug) kommt ihr von Madrid aus in praktisch jede andere Großstadt Spaniens in unter drei Stunden. Wenn man also berücksichtigt, dass bei Flugreisen auch einiges an Zeit für Check-In, Boarding und Ähnliches draufgeht, ist der AVE in den meisten Fällen deutlich schneller.

Allerdings hat dieses System einen Haken. Da Spaniens Schnellzugnetzwerk auf Madrid ausgerichtet ist, führt jeder AVE entweder von oder nach Madrid. Das heißt, dass ihr mit dem AVE immer über Madrid fahren müsst – selbst von Sevilla nach Málaga, wodurch hier sogar der Regionalzug eine schnellere Alternative wäre. Die spanische Regierung plant zwar neue Strecken, die beispielsweise Barcelona und Valencia direkt mit einander verbinden. Allerdings sind diese momentan entweder im Bau oder erst in der Planungsphase, sodass ihr mit dem AVE – Stand August 2018 – immer über Madrid fahren müsst.

Fazit: Wenn ihr von Madrid an einen anderen Ort wollt oder umgekehrt, ist der AVE die schnellste Option. Andernfalls ist jedoch das Flugzeug und bei Kurzstrecken der Regionalzug die schnellere Option.

Möglichst komfortabel von A nach B

Das ist der einfache Teil. Sowohl die spanische Bahn RENFE, als auch die großen spanischen Busunternehmen Alsa, Advance und Samar verfügen in der Breite über hohe Qualitätsstandards und eine moderne Flotte – unabhängig davon ob Kurzstrecke oder Langstrecke. Wenn es um Flüge geht, wird es allerdings etwas schwieriger. Wie in allen anderen Ländern auch kostet mehr Komfort meist auch mehr. Dementsprechend bieten günstige Airlines wie Ryanair, Easyjet und Vueling weniger Service und Komfort, als beispielsweise Iberia, Air Europa oder Air Nostrum. Am Ende kennt so also jeder selbst entscheiden, wie viel Komfort man auf seiner Reise haben will und wie viel einem das Wert ist.